Hirtenstein 1, 87538 Bolsterlang

Die Adaptionsbehandlung

Bolsterlang im Allgäu

Rehabilitanden mit schweren Suchtmittelfolge- und Begleiterkrankungen sowie sozialen und beruflichen Suchtmittelfolgeschäden haben einen längeren und erhöhten Rehabilitationsbedarf. Schwere Suchtmittelfolge- und Begleiterkrankungen können das Leistungsvermögen sowohl für den zuletzt ausgeübten Beruf als auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt erheblich verändern. Soziale Folgeschäden von Substanzmittelkonsum sind Wohnungslosigkeit, Leben in nassem Umfeld, sozialer Abstieg, Kriminalität, Verlust von sozialen Beziehungen, Verschuldung, Verlust von Tagesstruktur und sinnvoller Freizeitaktivität, Verlust einer förderlichen Umwelt und der Möglichkeiten und Fähigkeiten zu Teilhabe und Aktivität. Berufliche Folgeschäden des Suchtmittelkonsums sind fehlende Schul- und Berufsabschlüsse, lange Zeiten der Arbeitslosigkeit, rasche Stellenwechsel, substanzkonsumbedingter Verlust von Arbeitsstellen, Brüche in der Berufsbiographie und versäumte Fort- und Weiterbildungen.

Diese Beeinträchtigungen können so gravierend sein, dass sich an den ersten Schritt der medizinischen Rehabilitationsbehandlung mit sozialmedizinischer Einschätzung und mit den Mitteln der Psychotherapie erreichter Nachreifung der Persönlichkeitsstruktur der Bedarf der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung als zweiter Schritt der medizinischen Rehabilitation, nämlich als Adaptionsbehandlung ergibt. In der Adaptionsphase stellen sich die Rehabilitanden unter realen Alltagsbedingungen den Anforderungen des Erwerbslebens und der eigenverantwortlichen Lebensführung unter weiterhin therapeutischer und medizinischer Behandlung.

In der Adaptionsbehandlung erfolgt neben der medizinischen Leistung zur Rehabilitation die Öffnung nach außen, die Erprobung der Therapieergebnisse aus dem ersten Schritt der medizinischen Rehabilitation und die Hinführung auf einen Entwicklungsstand, der die Rehabilitanden in die Lage versetzen soll,  wieder eigenständig ein Erwerbs- und Alltagsleben zu bewältigen. Gegebenenfalls müssen weitere Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben eingeleitet werden. Insofern finden wir hier mit viel grundsätzlicherer Fragestellung die Indikation zur gezielten beruflichen Orientierung in der medizinischen Rehabilitation.